Über den Maschsee

Der Maschsee ist ein 2,4 km langer und 180 bis 530 m breiter, künstlich geschaffener See in Hannover (Spitzname das blaue Auge von Hannover). Er ist ein beliebtes Naherholungsgebiet und das größte Gewässer in der Landeshauptstadt von Niedersachsen, das zahlreiche Wassersportarten ermöglicht.

Der Name des Sees leitet sich von der sogenannten "Leinemasch" oder einfach "Masch" ab. Dies ist die Landschaftsbezeichnung für das Gebiet, in dem der See angelegt wurde. Es ist ein tiefer gelegenes Überschwemmungsgebiet, in dem die Leine fließt. Beim Begriff Masch besteht ein Zusammenhang zum Landschaftstyp der Marsch.

 

 

Höhe über Meeresspiegel: 53,20 m (Maschsee), 51,80 m (Leine).

Fläche: 780.000 m²

Seelänge: 2.400 m

Volumen: 1,6 Mio. m³

Mittlere Tiefe: ca. 2 m

Besonderheiten: künstlich erschaffen

Entstehung

Wasserbautechnische Gründe

Der Plan, im breiten Flusstal der Leine nahe Hannover einen See zu schaffen, wurde schon im 19. Jahrhundert erwogen. Dies bot sich an im Zusammenhang mit der notwendig gewordenen Eindeichung von Leine und Ihme, die nach der Schneeschmelze im Harz regelmäßig zu Frühjahrs-Überschwemmungen in der Stadt führten. Das Entscheidende des Seeprojektes war dessen Verbindung mit der Leine- und Ihme-Regulierung. Dadurch ließ sich die Hochwassergefahr reduzieren und das Leinetal besser nutzen. Ursprunglich war an zwei Seebecken gedacht worden.

Arbeitsbeschaffungsmaßnahme

In der 1930er Jahren zu Zeiten der Weltwirtschaftkrise verfügte die Stadt Hannover nicht über ausreichende Finanzmittel zur Umsetzung des Maschseeprojektes. Für die NSDAP kam das Seeprojekt wie gerufen, um die Arbeitslosenzahlen zu reduzieren. Sie hatte es sich sprichwörtlich auf die Fahnen geschrieben und machte es unter anderem bei Aufmärschen zum Thema ihrer Propoganda. Am 28. November 1933 stand es auf der Tagesordnung einer Stadtratssitzung. Am 21. März 1934 erfolgte in der Leinemasch der erste Spatentisch für den Maschsee. Trotz der ungeklärten Finanzierung fanden viele Menschen Arbeit am See. Die Arbeiter mussten ihr eigenes Werkzeug mitbringen. Zum Bau wurden am technischen Gerät 14 Lokomotiven mit 365 Kipploren auf ca. 15 km Gleisanlagen sowie Bagger und 5 Raupen eingesetzt. Anfänglich waren 100 Arbeiter, zum Schluss 1.650 Arbeiter beteiligt.

 

Im Frühjahr 1935 war das Maschseeprojekt vollendet. Die Einweihung fand am Himmelfahrtstag 1936 statt. Hunderttausende von Hannoveranern und Gästen verfolgten rund um den See ein buntes Programm. Die Veranstaltung begann mit einem zeittypischen Massenaufmarsch der NSDAP. Außerdem waren 6.000 Sportler an einem Sternmarsch sowie Abordnungen von Behörden und der Wehrmacht beteiligt.

Freizeitbetrieb

 

Auf dem See findet im Sommer eine Fahrgastschifffahrt statt, am Ufer befindet sich Gastronomie. Im Verlauf des Jahres finden auf dem Gewässer diverse Wettbewerbe statt, allen voran das alljährliche europäische Drachenbootrennen.

Die Runde um den Maschsee mit einer Länge von rund 6 km ist eine bei Sportlern beliebte Laufstrecke. Im Juni 2007 wurde die Maschseerunde erstmals offiziell durch den deutschen Leichtathletikverband vermessen. Dabei kam überraschenderweise heraus, dass der kürzere innere Fußweg nur 5,8 km lang ist. Dieser innere Laufweg wurde durch einen Schlenker um die benachbarte Papageienbrücke und das Courtyard-Hotel um 200 m auf genau 6 km verlängert und alle 500 m mit Sandsteinblöcken versehen.

Einmal im Jahr im Sommer findet rund um den See das mehrwöchige Maschseefest statt, dass inzwischen jährlich rund 2 Millionen Besucher hat. Geboten werden dabei Kleinkunst, Gastronomie, Musikdarbietungen sowie Feuerwerke.

Im Winter wird die Eisdicke des Maschsees regelmäßig an mehreren Stellen gemessen. Erreicht das Eis eine Dicke von mindestens 13 Zentimetern, wird der See durch das Hissen der städtischen Fahne am Nordufer offiziell zum Betreten freigegeben.

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